Stimmt das? In den Verträgen für das institutionelle Rahmenabkommen (Bilateralle III) mit der EU taucht der folgende Satz auf:
„Die Schweiz soll im Streitfall den EuGH nur zur Klärung von Begriffen anrufen.“
Der Satz „Die Schweiz soll im Streitfall den EuGH nur zur Klärung von Begriffen anrufen.“ taucht in den Verträgen (Bilaterale III) nicht exakt so auf.
Gemäss den Verträgen kann das Schiedsgericht den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) anrufen, wenn es den rechtlichen und tatsächlichen Rahmen des Falls sowie die aufgeworfenen Rechtsfragen hinreichend genau bestimmen kann (Artikel III.9). Das Schiedsgericht kann den EuGH zu jedem Zeitpunkt des Verfahrens anrufen. Das Verfahren vor dem Schiedsgericht wird bis zur Verkündung der Entscheidung des EuGH ausgesetzt.
Es handelt sich also nicht um eine Beschränkung auf die «Klärung von Begriffen», sondern um ein grundsätzlich mögliches Anrufen des EuGH durch das Schiedsgericht zur Klärung rechtlicher Fragen in einem Streitfall.